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Rubjerg Knude Leuchtturm

Foto: By Lønstrup

Etwas außerhalb von Lønstrup, auf der beeindruckenden Wanderdüne Rubjerg Knude, steht der Leuchtturm Rubjerg Knude - direkt am Rande der Nordsee. Hier werden die Kräfte der Natur freigesetzt und sind schwer zu bändigen. 

Lønstrup Klint

Im westlichen Teil von Vendsyssel, von Lönstrup bis Lökken, erstreckt sich die ca. 12 Kilometer lange Lönstrup Klippe, Klint genannt. Die Klippe gewährt einen einzigartigen Einblick in den Prozess, wie das Eis während der letzten Eiszeit, durch sein Fortschreiten, die Bodenschichten übereinander schob und so Hügel vor dem Eis bildete. Analysen der Klippe bei Rubjerg Knude haben gezeigt, dass die Klippe 80 solcher Schichten enthält, die vom Eis von Norden nach Süden geschoben wurden. Wie Lønstrup Klint heute aussieht, besteht es aus einem hohen nördlichen Teil und einem unteren südlichen Teil. Der höchste Punkt befindet sich am knapp 100 Meter hohen Rubjerg Knude. Hier sind die Bodenschichten im unteren Teil der Klippe versetzt und steil geneigt. Der obere Teil des Rubjerg Knude besteht jedoch aus einer ca. 40 Meter dicken losen Sandschicht. Der untere südliche Teil erreicht eine Höhe von 15 Metern und besteht aus flachen Bodenschichten. Der obere Teil der Klippe nördlich und südlich von Rubjerg Knude besteht aus Ablagerungen aus dem Yoldia-Meer.
Aufgrund der anschließenden Landerhebungen liegen die Meeresablagerungen heute zwischen 20 und 25 Metern über dem Meeresspiegel. Durch die Erosion an der Küste verändert sich Lønstrup Klint ständig. Das Meer nimmt jedes Jahr im Durchschnitt rd. 1,25 Meter der Klippe.
 

Rubjerg Knude Leuchtturm

1900 wurde der Leuchtturm von Rubjerg Knude fertiggestellt und am 27. Dezember das Licht im Leuchtturm zum ersten Mal entzündet. Der Leuchtturm befand sich am höchsten Punkt von Lønstrup Klint, etwa 60 Meter über dem Meeresspiegel und 200 Meter vom Hang entfernt. Der Leuchtturm war 23 Meter hoch und das Licht von Rubjerg Knude Fyr konnte bis zu 42 km weit gesehen werden. Das Licht benutzten die Schiffe zur Navigation, besonders im Dunkeln. Bei Nebel wurde die Position von Rubjerg Knude Fyr durch die Verwendung eines Nebelhorns markiert. Der Leuchtturm war von Anfang an mit einer eigenen Gasanlage ausgestattet, 1906 wurde das Gas jedoch durch Petroleum ersetzt. 
1948 wurde mit der Stromgesellschaft Liver Mølle ein Vertrag über die Lieferung von Elektrizität an den Leuchtturm geschlossen. Als der Leuchtturm 1900 in Betrieb genommen wurde, war er von Anfang an mit drei Männern und ihren Familien besetzt. Die Angestellten waren ein Leuchtturmwärter und zwei Leuchtturmhelfer. Nachts musste der Wachraum im Leuchtturm ständig besetzt sein, weshalb die drei Männer abwechselnd arbeiteten. Die Aufgaben waren vielfältig: Die Gasversorgung musste überwacht und das Uhrwerk des Objektivapparats alle drei Stunden hochgezogen werden. Wenn es Nebel auf einer Wache gab, mussten sie im Maschinenhaus den Motor starten, auf das Taktsignal des Nebelsignals achten, und schließlich nach Schiffen Ausschau halten, die auf See in Schwierigkeiten geraten sein könnten.

Zu den Häusern, die den Leuchtturm umgaben, gehörten auch Gärten. Diese befanden sich am Hang Richtung Osten. Die Gärten waren von Weißdornhecken umgeben. Ein Großteil der Arbeiten in den Gärten bestand darin, Sand von den Feldfrüchten zu entfernen. Gerade der Sand sollte es sein, der Probleme schaffen würde.

Wie gesagt, der Leuchtturm wurde 200 Meter landeinwärts gebaut. Zu diesem Zeitpunkt lag der Leuchtturm relativ ungestört ohne größere Dünen. Aber mit der Zeit kam das Meer immer näher und der Wind blies große Mengen Sand von den Klippen. Der Sand lag um den Leuchtturm herum. Anfänglich wurde versucht, den Sand durch verschiedene Bepflanzungen auf der Klippe zu begrenzen, jedoch erfolglos. Schließlich lag der Sand so hoch, dass es zwischenzeitlich unmöglich war, das Licht des Leuchtturms vom Meer aus zu sehen. 1968 wurde der Kampf abgebrochen und der Leuchtturm außer Betrieb genommen. 
 

Rubjerg Knude Leuchtturm heute

Realdania und das dänische Naturschutzamt haben 2016 ein Projekt beschlossen, um neue Erlebnisse im Leuchtturm zu schaffen. Es wurde eine neue Treppe errichtet, die es ermöglicht, auf den Leuchtturm zu gelangen und die einzigartige Dünenlandschaft von oben zu erleben. Gleichzeitig wurde im Leuchtturm ein spezielles Lichtprisma aufgestellt - ein Kaleidoskop, welches  hein tanzendes Lichtmeer in den Turm wirft, anders als zuvor, als der Leuchtturm sein Licht über das Meer warf. Der Leuchtturm ist an allen Tagen der Woche rund um die Uhr geöffnet und der Eintritt ist frei.

Im Laufe der Jahre wanderte der Sand am Leuchtturm vorbei und die Klippe rückte immer näher. Der Leuchtturm war vom Absturz bedroht. 
Im November 2018 wurden finanzielle Mittel beantragt und 5 Millionen Kronen für den Transport des Leuchtturms, 60-80 Meter landeinwärts, bereitgestellt. 
 

Der Leuchtturm zieht um

Der Leuchtturm von Rubjerg Knude ist eine sehr beliebte Touristenattraktion und ein markantes Wahrzeichen der Region. Er war so sehr vom Absturz ins Meer bedroht, dass für den Erhalt des Leuchtturms innerhalb kurzer Zeit eine Lösung gefunden werden muss. Eine Maurerfirma aus Lønstrup war für alle vorbereitenden Arbeiten verantwortlich. Danach wurde der Leuchtturm auf Rollschuhe gesetzt und über ein Schienensystem mit einer Geschwindigkeit von etwa acht Metern pro Stunde bewegt.
Das bestehende Fundament musste jedoch erst verstärkt und mehrere sehr starker Eisenträger eingesetzt werden. Mit dem verstärkten Fundament konnte der Leuchtturm nun mithilfe von „Rollschuhen“ und Hydraulik in die neue Position gebracht werden. Der Umzug erfolgte durch einen ausgehobenen Graben mit einer Breite von 14 Metern. Da Rubjerg Knude größtenteils aus lockerem Flugsand besteht, war damit zu rechnen, dass der Aushub die Arbeitszeit verlängert, sodass eine gewisse Wartung des Arbeitsbereichs notwendig war. 

Während der Arbeiten wurde vorübergehend ein Arbeitsbereich von 30x30 Metern etabliert und eine 4 Meter breite Zufahrt zum Leuchtturm. 

Der Umzug wurde am 22. Oktober 2019 von BMS durchgeführt und der Leuchtturm 70 Meter ins Landesinnere verschoben, damit die Besucher weiterhin die fantastische Aussicht von der Spitze des Leuchtturms genießen können.  

Weitere Information:www.fyretflytter.dk & facebook: Fyretflytter
 

 

Rubjerg Dünenplantage

Südlich von Rubjerg Knude liegt ein großes Waldgebiet, in dem der vorherrschende Westwind der Region Schutz bietet. 1927 kaufte die damalige Gemeinde Hjørring rd. 130 Hektar Land im Dünengebiet südlich von Rubjerg Knude. Die Idee war, die große Fläche im Rahmen eines Beschäftigungsprojekts zu bepflanzen. In relativ kurzer Zeit wurden eine halbe Million Bäume gepflanzt. 1930 brannten große Teile der Plantage ab, weshalb große Teile der Plantage kontinuierlich neu bepflanzt wurden. Dies bedeutet, dass die Plantage heute sehr vielfältig erscheint. Im westlichen Teil der Plantage werden die Bäume vom Wind gebogen und bevor sie Lønstrup Klint erreicht, geht die Plantage in eine mit Sanddorn bewachsene Fläche über. Im östlichen Teil der Plantage gibt es mehr Schutz, weshalb es größere Teile mit edler Fichte und einzelnen Buchen gibt. In der Mitte der Plantage befindet sich auch eine primitive Übernachtungsmöglichkeit. Hier ist es möglich, ein Zelt aufzubauen und am Lagerfeuer zu kochen. 

Aufgrund des kalkhaltigen Bodens beheimatet die Plantage viele seltene Pilze und Pflanzen. In der Plantage gibt es z.B. sechs Arten von Orchideen. Hier befindet sich auch der landesweit größte Bestand an holländischen Hohllippen. Außerdem finden Sie hier auch die rote Lochlippe, die nur bei Rubjerg Knude Klitplantage und auf Møns Klint zu finden ist.

Das Gebiet bildet auch die Kulisse für ein reiches Tier- und Vogelleben. Hier können Sie Hirsche, Füchse, Hasen, Fasane und Zugvogelschwärme beobachten. Östlich von Rubjerg Knude liegt Dänemarks größtes Sanddorngebiet. Die orangen Beeren locken im Herbst Wacholderdrosseln und andere Drosseln in die Gegend. Sanddorn kann an nährstoffarmen Orten wachsen, weil der Busch den freien Stickstoff der Luft in seinen Knollen binden kann. Im Jahr 2002 erwarb das Umweltministerium die Plantage, um sie als wichtiges Naherholungsgebiet für die Nachwelt zu sichern.

Natura 2000-Gebiet

Das Gebiet bei Rubjerg Knude und Lønstrup Klint wurde als europäisches Natura 2000-Gebiet ausgewiesen. Dies bedeutet, dass Dänemark sich verpflichtet hat, die notwendigen Anstrengungen zu unternehmen, um einen günstigen Erhaltungszustand für eine Reihe von Lebensräumen und Arten sicherzustellen oder wiederherzustellen, die auf europäischer Ebene selten, gefährdet oder charakteristisch sind. Insbesondere in Bezug auf Rubjerg Knude und Lønstrup Klint wird das Gebiet als Lebensraumgebiet ausgewählt, insbesondere aufgrund des Vorhandenseins von Lebensräumen wie: Sanddorndüne, Küstendüne und grau / grüne Düne. 
Der Strandvogt ist für die Erhaltung und Instandhaltung des Gebiets um Rubjerg Knude verantwortlich. Hier sind Schafe unter anderem daran gewöhnt, auf natürliche Weise zu grasen.
Im Sommer wird in der Umgebung eine Traktorfahrt angeboten.
 

Der Strandvogt

Das Reisen auf dem Meer entlang der Westküste Jütlands war oft gefährlich, und viele Schiffe gingen verloren auf ihrer Reise. Daher wurden ab den 1850er Jahren entlang der Westküste Jütlands Leuchttürme und Rettungsstationen errichtet. Ein Beispiel dafür ist die Rettungsstation in Lønstrup. Sie wurde 1852 gegründet und war eine der ersten im Land.
Zeitgleich mit dem Bau von Leuchttürmen und Rettungsstationen wurden auch der Strandvogt ernannt. Seine Hauptaufgabe bestand darin, den Strand zu überwachen, wertvolle Strandgüter zu bergen und schließlich an den Bergungsarbeiten teilzunehmen, wenn ein Schiff gestrandet war. 
 

Höchster Punkt

Der höchste Punkt bei Rubjerg Knude ist ca. 90 Meter über dem Meeresspiegel. Diese 90 Meter umfassen ca. 50 Meter normale Klippe und ca. 40 Meter Sanddüne aus Flugsand. Die Dünenformation war in den letzten 50 Jahren besonders stark. Dies ist deutlich zu sehen bei Rubjerg Knude Fyr, wo die Düne zeitweise so hoch war wie der Leuchtturm.

Sand und Sandflucht

Der Leuchtturmkomplex ist dem Umweltministerium unterstellt und bildete in den Jahren 1980 bis 2002 den Rahmen für die Ausstellungen des Historischen Museums Vendsyssel zum Thema "Sand und Sandflucht" und zur Geschichte des Leuchtturms. Die Ausstellung wurde nun nach Strandfogedgården, einige Kilometer südlich des alten Friedhofs von Rubjerg, verlegt.